Sushaunna und ich müssen getrennte Wege gehen

 

Umzug mit Hindernissen
 
Liebe Freunde, Bekannte und Kameraden,
wir melden uns am neuen Standort aus 23456 Virginia Beach, 973 Summerside Court , USA.Für drei Jahre werden wir in Virginia wohnen – dort wo andere angeblich Urlaub machen. Die Versetzung von Berlin – oder genauer Am Mellensee nach Virginia verlief dieses Mal mit vielen Hindernissen…..
Stephan befand sich noch in der Mission der europäischen Union (EUCAP Nestor) in Djibouti am Horn von Afrika als die Anfrage kam, ob er zum Allied Command Transformation, einer NATO Dienststelle nach Norfolk gehen kann.
Aber ja, prima Anschlussverwendung, „nein, nein schon zu Anfang Juli“, also bereits in 12 Wochen nach dem Anruf inklusiver Verkürzung der Zeit im Einsatz von 12 auf 8 Monate!
Michaela war erst vor 8 Monaten alleine in eine Wohnung „Am Mellensee“ bei Berlin eingezogen. Zum dritten Mal in Folge, machte sich Michaela alleine auf dem Wege zur Wohnungs-besichtigungsreise, diesmal in die USA. Der Zeitplan war mehr als knapp, bereits Ende März hatte sie sich in 4 Tagen 18 Häuser angeschaut, Stallungen ausgekundschaftet, ein Bankkonto eröffnet und den Mietvertrag in der Tasche.Kaum Zuhause angekommen gingen die Vorbereitungen weiter, jeder weiß, dass eine Menge Papiere und Anträge zu bearbeiten sind. Und zwar doppelt: der alte Wohnsitz muss ja auch aufgegeben werden.
Stephan war damit beschäftigt seinen Head of Mission (also seinen Boss) zu beruhigen, der nicht besonders darüber erfreut war, dass man ihn früher von seinem Posten in Afrika abziehen würde.Der geplante Puffer in Deutschland sollte 6 Wochen sein –  also zumindest etwas Zeit, alles gemeinsam zu organisieren. Dieser schmolz mit dem einem vorgezogenen Dienstantritt auf den 26.5.14 auf nur drei Wochen. Jetzt war noch weniger Zeit für alles. Michaela rotierte, es galt den Umzug für Katze, Pferd und Haushalt in den Griff zu bekommen. Dazu noch die Einlagerung der Gegenstände die nicht mitgenommen werden können, alle Haushaltsgerte, die Küche und 30 Pflanzen sollten einen neuen Besitzer finden.Die Pflanzen haben wir alle verschenkt, die Einfuhr in die USA ist verboten und vier Wochen im Container auf einem Schiff hätten sie sowieso nicht überlebt. Die Zeit verging rasend schnell und schon war es der 2. Mai als Stephan endlich wieder deutschen Boden betrat. Endlich Unterstützung, es galt noch viele Dinge abzuarbeiten. Stephan musste dann noch zur „Rückkehrer Untersuchung“ und zur Untersuchung der „Auslandsdienstverwendungsfähigkeit“.Tja, und dann kam die Hiobsbotschaft: Man stellte bei Stephan Herzrhythmus-Störungen mit Kammerflimmern fest. Für uns brach eine Welt zusammen. Das  war aber nicht das Einzige was nicht in Ordnung war. An vorangegangenen Tagen ging unser Pferd von einem auf den anderen Tag stark lahm, unser Auto war nicht mehr fahrbereit.
Was war los? Nichts war mehr los, der Arzt gab kein grünes Licht und somit musste der Umzug auf unbestimmte Zeit abgesagt und verschoben werden. Stephan musste jetzt noch einige Untersuchungen machen, Langzeit-EKG, CT vom Herz, Blutuntersuchungen usw. usw. Was für eine Warterei.
Der Umzug wurde storniert, der Flug für uns und das Pferd abgesagt. Die Stornogebühren für das Pferd blieb mit 2.500,-€ an uns hängen. Pferde gehören nämlich nicht zum Umzugsgut, sondern sind Privatsachen, na ja wenn man Klavier spielt ist das eben anders….
Nach zwei Wochen kam endlich Entwarnung, alles ok , nichts zu finden, es waren wohl die letzten Monaten der Verwendung in Djibouti, das lange Arbeiten in sehr heißem Klima, ständiger Krach in der Nacht, hygienische Umstände ,welche von unserem deutschen Maßstab stark abweichen und … das mit dem Essen war auch so eine Sache. Der Rhythmus kam einfach durcheinander.Nach und nach regelte sich Alles wieder: Unser Pferd war wieder fit und das Auto fuhr auch wieder.Erneut gingen wir in die Umzugsplanung, diesmal mit neuem Ansatz: Skinny, unsere Katzen haben wir in ein neues (altes) Zuhause gebracht. Familie Eden, die sie schon in Brüssel betreuten, nahm uns die Entscheidung ab und hatte angeboten, unser Kätzchen aufzunehmen. Skinny hätten wir als „Handgepäck“ mit in den Flieger nehmen müssen und in den USA dürfte sie das Haus nicht verlassen. Unsere amerikanischen Partner haben anscheinend Angst vor Freigängern und so sind Katzen zum Abschuss freigegeben (und da jeder eine Knarre hat …). Jetzt ist Skinny mit ihren 12 Jahren in Limburg a. d. Lahn Zuhause und erfreut sich bester Gesundheit mit viel Familienanschluss. Es viel uns beiden nicht leicht, aber für Skinny ist es eindeutig das Beste.
Und Sushaunna unser Pferd…..die haben wir in Berlin gelassen. Michaela ging zu der Entscheidung zurück, die sie eigentlich von Beginn an im Kopf hatte und gab Susi zu einer Bereiterin, die sie schon lange kennt. Für die Überführung per Flug in die USA hätten alle Untersuchungen in Deutschland nochmals gemacht werden müssen (die waren durch die Verzögerung bereits hinfällig) und Susi hätte vor der 14 tägigen Quarantäne weitere 2 Tage für zusätzliche Blutuntersuchungen in New York stehen müssen. Da hatte Michaela ein ungutes Bauchgefühl. Keine Fürsorge, nur in der Box stehen und weiter nichts. Na ja, wer sollte auch das Risiko auf sich nehmen. Und da es hier immer um Versicherung und Klagen geht ….Zudem weichen die Stallungen in dieser Region doch stark vom deutschen Standard ab, vom Klima ganz zu schweigen. So war die Entscheidung nach dieser Zwangs- und Denkpause getroffen. Michaela fliegt nun wenn immer sie Lust  nach Deutschland und schaut nach dem Rechten. Schließlich bleibt Susi Familienmitglied.
Und nun noch ein kurzer Abriss unseres Anreise – Alptraumes von Berlin nach Norfolk:
Am Morgen des 13.6.14 flogen wir pünktlich los. Angekommen in Newark (bei New York) teilte man uns mit das unser Flug nach Norfolk wegen schlechten Wetters gestrichen wurde und man uns für nächsten Tag 12 Uhr auf einen Flieger gebucht hatte. Das lehnten wir ab, so dass wir auf eine plötzlich gefundene! fünf Stunden spätere Maschine gebucht wurden. Auf den 12 Uhr Flug am nächsten Tag ließen wir uns aber eine Reservierung geben. So mussten wir die Stunden auf dem Flughafen verbringen…was nicht weiter schlimm gewesen wäre, wären aus den 5 Stunden nicht 24 geworden.
Das Wetter wurde schlimmer und schlimmer und es betraf letztlich Tausende von Passagieren. So wurde der 17 Uhr Flug auch gestrichen und wir brauchten ein Hotelzimmer, was die Fluggesellschaft nicht zahlt – war ja schließlich höhere Gewalt. Wir bekamen mit sehr viel Mühe noch ein Zimmer in einem Hotel 25 km entfernt, waren aber letztlich froh darüber, denn inzwischen schlug die Uhr fast Mitternacht. Am Terminal sollten wir (laut Rezeption) dann auf den Shuttlebus warten …  Alle wurden abgeholt nur wir nicht. Stephan telefonierte drei Mal bis der Shuttle dann endlich um 1.30 Uhr Nachts kam. Und dann kam das Beste: Der Fahrer sagte  „er bringe uns nicht zum Hotel, für 2 Gäste würde er den Weg nicht fahren“. Michaela musste sich stark disziplinieren ihm nicht mit Berliner Charme auszuzählen! Hätte aber wohl auch nichts genützt. Also zurück zum Terminal, die Sicherheitskontrolle war schon geschlossen und somit mussten wir wie die Brückenpenner auf dem Steinboden im Flughafen schlafen. Um 4.30 Uhr öffnete dann endlich die Sicherheitskontrolle und wir hatten zumindest bequemere Sitze und etwas Warmes zum Trinken. Gott sei Dank hatten wir den 12 Uhr Flug reserviert, so dass wir endlich und 24 Stunden später in Norfolk landeten  —  aber ohne  unseren Koffer, die hatte man in Newark vergessen. Nach 42 Stunden hatten wir es dann geschafft in unserem neuen Heim anzukommen. Ein paar Anziehsachen mussten wir dann auch noch kaufen. Nach 48 Std. später hatten wir dann endlich unsere Koffer wieder. Die Auslagen wurden von United  erstattet. Die letzten Wochen haben wir nun mit Anmeldungen und Sonstigem  verbracht und nach 4 Wochen kamen auch unsere Möbel . Jetzt ist es endlich geschafft.
Hier sind wir nun, wo andere Urlaub machen. 
Schöne Grüße. Michaela und Stephan

Unsere ersten Freunde

 

 

Michaela & Stephan

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